Wow - was für ein Wochenende!
Am 07.Mai Treffen in Köln mit über 60 Leuten aus  verschiedenen Unverpackt-Läden in Deutschland und Österreich. Neben einfach mal sich (wieder)sehen, Spaß haben und sich austauschen ging es ganz konkret darum, was wir tun können, um jeden einzelnen und die ganze Unverpackt- und ZeroWaste-Bewegung zu stärken.

Teamtreffen in Köln

Wir 'Unverpackten' wissen:

  • immer mehr Menschen wird bewusst, dass sich im Konsumverhalten und der weltweiten Müllproduktion ganz dringend etwas ändern muss. Viele möchten sich aktiv einbringen. Um überhaupt die Möglichkeiten des verpackungsfreien Einkauf nutzen zu können, müssen die Läden viel breiter bekannt gemacht werden. Nach wie vor wissen viele noch nicht einmal überhaupt davon. Über gemeinsame Aktionen und Auftritte arbeiten die Unverpackt-Läden zusammen an der Bekanntmachung der Geschäfte, die es inzwischen bereits in vielen Städten gibt.
  • je stärker und mehr die Unverpackt-Läden werden, desto stärker werden die Gegenaktionen anderer, die - nachdem die ersten Läden überhaupt nicht ernst genommen wurden - sich inzwischen durch die Bewegung bedroht fühlen. Diesem müssen sich die Unverpackt-Läden stellen und gewachsen sein...
  • über das Miteinander ergeben sich viele positive Synergieeffekte:  Verhandlungen mit Lieferanten sind einfacher, die Läden tauschen untereinander Erfahrungen und Wissen aus. Langfristiges Ziel ist auf jeden Fall z.B. der Ausbau der Sortimente: wenn Produzenten und Lieferanten erkennen, dass breiterer Bedarf an Produkten da ist, sind diese eher bereit, passende Produkte für unverpackte Systeme zu liefern...

Es war ein absolutes Powertreffen - kein Geplänkel, sondern absolut straffe, konstruktive Aufbauarbeit! Das Ergebnis: die Gründung einer Genossenschaft.
So können wir gemeinsam viel mehr erreichen und trotzdem behält jeder seine volle Eigenständigkeit und Individualität.
Denn eins gilt auf jeden Fall für alle Ladeninhaber gleich: hochmotivierter Einsatz auf ganzer Linie für nachhaltigen Konsum!

Am 19.11.2016 öffneten wir unsere Türen und arbeiten seitdem mit Hochdruck daran, Verpackungsmüll auf ganzer Linie zu vermeiden!
Wir - und damit meine ich EUCH als Kunden und uns als Ladenbetreiber - haben eine Menge geschafft! Es war schon nach einem Monat klar, dass wirklich sehr viel Müll gespart wird - zum Ende 2016 habe ich eine Bilanz erstellt, um herauszufinden, wie viel Verpackungsmüll denn nun eingespart wurde und wohin die Reise wohl geht...

Hier die Ergebnisse:
durch die Einkäufe konnten etwa 98,8 Kilo Verpackungen eingespart werden.
Wenn es genau so weiter gehen würde, könnten hochgerechnet etwa 1200 Kilo in einem Jahr eingespart werden, also über 1 Tonne!!!
Die Zahlen sind natürlich fiktiv und es kommt entscheidend auf die Kriterien an, nach denen diese Ergebnisse ermittelt wurden. Aus diesem Grund möchte ich genauer erklären, welche Annahmen ich für die Berechnung getroffen habe - so kann jeder für sich beurteilen, ob er meine Basis für realistisch hält oder es optimistischer oder pessimistischer sehen würde...
98,8 Kilo sind es, wenn ihr auch ohne diesen Laden
-  z.B. Getränke-Mehrwegflaschen statt Einweg gekauft hättet,
- alle Haushaltswaren unverpackt gekauft hättet,
- niemand eine Plastiktüte für das Tragen von Ware gekauft hätte
- Schokolade und andere Süßigkeiten nur wie Schokoladentafeln verpackt gewesen wären, also keine aufwändigen Pralinenschachteln usw

Außerdem habe ich nicht für jeden einzelnen Kauf immer eine Verpackung zugrunde gelegt, sondern bin für viele Artikel nach Gewicht gegangen. Was ist damit gemeint?
Beispiel:  es haben z.B. 5 Leute insgesamt 1 kg rote Linsen gekauft. Man könnte also annehmen, dass man 5 Packungen dafür berechnet, weil im konventionellen Handel jede der 5 Personen eine Packung a 500 g gekauft hätte.
Ich habe aber nur für je 500g eine Packung gerechnet, also zwei Verpackungen, weil ich für alle Produkte die Mengen einfach auf normale Gebindegrößen umgerechnet habe und die Anzahl der Käufer aussen vor gelassen habe.
Dabei sind dann z.B. folgende Größen eingeflossen, die sonst üblich sind:
- jeweils 200g Antipasti in einer Plastikbox
- jeweils 500g Ölsaaten, Getreide, Getreideprodukte, Hülsenfrüchte, Cerealien usw in einer Plastikverpackung
- jeweils 10 Eier in einem Karton
- jeweils 100g Schoko in einer Tafelverpackung
- jeweils 200 g Erdnüsse, Knabbereien usw in einer Dose
- 1 Liter Milch im Tetrapack
usw

Dieses ist EURE Bilanz und ich finde, darauf kann jeder stolz sein, der dazu beigetragen hat!
Ich weiß, dass selbstverständlich auch sehr viele gerne wissen möchten, wie es denn aber um den Hintergrund bestellt ist, also unsere Einkaufsseite... daraus möchte ich ebenfalls kein Geheimnis machen:
wer mich kennt, der weiß, dass ich sehr viel Engagement einsetze, um auch im Einkaufsprozess so viel Verpackungsmüll zu sparen wie möglich.
Es gelingt bisher aber nicht, alles vollständig plastikfrei zu bekommen. Im Zeitraum von der Eröffnung bis Ende des Jahres haben wir genau einen gelben Sack voll Plastikmüll gesammelt - auch wenn ich mir wünsche, selbst das noch vermeiden zu können, bin ich trotzdem stolz, es als Handelsbetrieb immerhin soweit geschafft zu haben!

Mal schauen, was wir 2017 bewirken können!!!

 

Zunächst einmal ganz herzlichen Dank für die vielen tollen und motivierenden Feedback-Einträge auf unserer ausgelegten Liste am Eröffnungstag!!!

Im Folgenden gibt es Antworten zu den Fragen und Anregungen, die auf dem Feedback-Bogen dabei waren:

Ich wünsche mir mehr Obst- und Gemüseauswahl, z.B. Pastinaken und Rote Beete

Das Angebot war zur Eröffnung umfangreich und sehr frisch, wird zunächst mal immer wieder ausgebaut und angepasst. Ich muss mal schauen, welche Produkte wirklich gefragt sind - rote Beete, Pastinaken, Auberginen, Avocado, Kiwi, Lauch, Zitronen waren diese Woche ab Montag mit dabei. Da mein Ziel aber auch an dieser Stelle weg von der Wegwerfgesellschaft führt, werde ich nicht ständig ALLES anbieten und dann wegschmeissen, was nicht gekauft wird - sind Produkte 'Ladenhüter', kann ich das Angebot somit nicht aufrecht halten. Hier werden wir erst Erfahrungswerte abwarten müssen.

Für das Leergewicht der Dosen sollte ein Folienstift verwendet werden statt Kreppband; es sollte außerdem ein Stift pro Regal vorhanden sein

Punkt 1 ist bereits der Fall. Als du den Wunsch geschrieben hast, hatte vermutlich jemand den Stift gerade für das Beschriften irgendwo anders in Verwendung... 😉

Wir werden einfach viel mehr Stifte auslegen, so dass überall welche eingesetzt werden können.

Bio-Kaffeebohnen als milde Sorte für die Handfilterung wären schön.

Die Sorte, die aktuell im Angebot ist, hat einen kräftigen Geschmack, ist aber sehr bekömmlich und säurearm. Sofern wir weitere schöne Sorten finden, stocken wir das Angebot gerne noch auf. Momentan gibt es Kaffee für die Filtermaschine, für Handfilterung und Espresso und alle drei weisen eine sehr hochwertige Qualität aus. Nicht ganz billig, aber schmecken toll, sind fair gehandelt und magenfreundlich...

Eine Mühle für Ölsaaten wäre toll

Kaffeemühle und Getreidemühle sind da - ob wir noch um eine Ölsaatenmühle erweitern, kann ich aktuell noch nicht sagen.
Die Getreidemühle hatte kleinere Startschwierigkeiten in der ersten Woche, läuft aber übrigens jetzt problemlos...

Produkterweiterungswünsche

Es gab bereits einige Erweiterungswünsche, die leider nicht alle erfüllbar sind.

Die ganze Unverpackt-Bewegung steckt noch in den Kinderschuhen, auch wenn die ersten Läden schon seit über zwei Jahren existieren. Zulieferer stellen sich erst nach und nach auf diesen neuen Bedarf um. Daher gibt es viele Produkte leider nach wie vor nicht so zu kaufen, wie wir es für das Unverpackt-System benötigen. Es gibt auch regionale Unterschiede (so kann man z.B. in München an Hafermilch in Pfandgläsern kommen, bei uns aber nicht... 🙁 ). Wir geben uns alle Mühe, so viele Dinge zu bekommen wie eben geht, aber es gibt leider auch Grenzen. Natürlich kaufe ich in diesen Fällen nicht einfach Kleinmengen und fülle sie um...das wäre ein totaler Prinzipienbruch!
Chiasamen, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Stracciatella-Joghurt wurden nicht rechtzeitig geliefert, stehen seit Mitte der ersten Woche aber nun zur Verfügung!

Wie, die Seifen sind doch in Plastik verpackt???

Nein, sind sie nicht. Das vermeintliche Plastik ist zu 100% biologisch abbaubarer Zellstoff. Meine sehr ökologisch eingestellte Seifenlieferantin hat dringend empfohlen, diese beizubehalten, um die Qualität und Aromen der Seifen zu erhalten...

Der Käse wird in Plastik angeboten?

Nein, auch hier ist keine 'normale' Frischhaltefolie im Spiel, sondern ebenfalls zu 100% biologisch abbaubare Folie. Diese liegt auch immer an der Theke aus, so dass sich jeder ein Bild des Materials machen kann.
Käse muss leider eingewickelt werden, da er sonst austrocknet. Eine Käseglocke bietet auch keine Lösung, da der Käse darunter schwitzt.

Vegane Lebensmittel extra kennzeichnen

Vegane und vegetarische Lebensmittel sind aktuell über die Inhaltsstoffe erkennbar. Damit die Suche erleichtert wird, werde ich eine Liste anfertigen, in der alle Artikel gelistet sind, die den Gruppen zu zuordnen sind. Die Schilder mit den Inhaltsstoffen, Allergenen etc können nach und nach ebenfalls um die Info erweitert werden.

Bitte gleiche Preise beim Müsli anbieten, damit man sie mischen kann

Dieser Wunsch kann leider nicht erfüllt werden (Warenwirtschaftsdurcheinander...). Mischen ist dennoch kein Problem: es stehen Edelstahl-Schüsseln zur Verfügung, die genau dafür gedacht sind: Basisprodukt in den Behälter füllen und über die Schüssel dann die weiteren Zutaten sammeln.

Essig und Öl bitte in Abzapfbehältern anbieten

Dieses System steckt noch in der Planung, weil noch keine zufriedenstellende Lösung gefunden wurde. Letztlich wird wohl ein Mischsystem aus abzapfbaren Artikeln und Produkten in Glasflaschen entstehen, da manche Sorten entweder gar nicht in z.B. Edelstahlbehältern zum Zapfen verkauft werden dürfen, Sorten nicht in Großmengen käuflich erhältlich sind oder Konsistenzprobleme auftreten können.

Am 19.11.fiel der Startschuss und wir öffneten um 10.00 Uhr.

Der Starttag war der Hammer - von der ersten bis zur letzten Minute war der Laden komplett voll. Die Stimmung war super, auch wenn von unserer Seite natürlich nicht alles rund lief 😉
An der Kasse entstanden kleinere Wartezeiten - ich hoffe, Frei-Kaffee, Getränke und Häppchen haben das ein wenig gut gemacht...
Einige Waren, die mir wichtig waren, wurden nicht rechtzeitig geliefert, andere waren in der Menge nicht korrekt geplant - so hatten wir z.B. viel zu viel Milch, aber zu wenig Zahnbürsten... naja, aller Anfang ist schwer und in Zukunft wird das schon alles rund werden 🙂

eroeffnung img-20161120-wa0006 img-20161120-wa0012

Nach dem tollen Auftakt die spannende Frage: was passiert in der Folgewoche? Waren alle nur mal neugierig und das war's???

Nein, definitiv nicht! Ich freue mich unglaublich, dass wir die ganze Woche gut besucht waren und sehr viele Menschen Interesse an der neuen Idee haben und/oder gleich voll eingestiegen sind... gemeinsam können wir so ganz sicher viel gegen den Plastikmüll erreichen!!!

woche1_bild1 woche1_bild2

Unsere Getreidemühle ist eingetroffen 🙂

Getreidemühle
Getreidemühle Waldner Silence

Die Getreidemühle steht im Laden kostenfrei zur Verfügung, um alle Sorten Getreide direkt vor Ort zu mahlen.
So kannst du frisches Mehl aus den Körnern mitnehmen und musst nicht auf fertig verarbeitete Ware ausweichen, nur weil du evtl. keine Mühle zu Hause hast.

Interessant also für jeden, der frisches Vollkornmehl verwenden möchte...zum (Brot) backen, für Frischkostzubereitungen, für Müsli, für Gesichtsmasken oder selbst hergestelltes Shampoo und und und...

Wenn du aber ganz einfach Mehl haben möchtest, bekommst du dieses selbstverständlich auch! 😉

sketch3

Bio ist in aller Munde und oft wird der Eindruck erweckt, dass einfach alles gesund ist, wo 'Bio' draufsteht.

Denkbar einfach: wenn du jeden Tag z.B. Tiefkühlpizza oder Spaghetti mit Fertig-Tomatensoße isst, tust du deinem Körper sicher keinen Gefallen - egal ob Bio oder nicht 😉
Für alle Lebensmittel gilt gleichermaßen, dass man schon genau hinschauen muss. So sind auch in Bio-Fertigprodukten häufig große Mengen Zucker zu finden, für einen Allergiker spielt das Bio-Zertifikat eine untergeordnete Rolle, wenn in einem Lebensmittel für ihn gefährliche Allergene enthalten sind und Salat hat nach einigen Tagen praktisch keine Vitamine mehr, egal, wie 'bio' er angebaut wurde...

Warum trotzdem Bio und wie möchten wir gesunde Ernährung unterstützen?

Das Sortiment der KernIdee unterstützt dich in der Wahl gesunder Lebensmittel und besteht bewusst zum größten Teil aus Bio-Ware:

  • wir sind überzeugt, dass Lebensmittel in Bio-Qualität immer qualitativ hochwertiger als die entsprechenden konventionellen Waren sind und somit dazu beitragen, dem Körper weniger Schadstoffe zu zuführen (z.B. Pestizidbelastung)
  • der Kauf von Bio-Waren unterstützt ganz erheblich den Umweltschutz, weil Landwirte mit Bio-Anbau durch den Verzicht auf umwelt- und gesundheitsschädliche Spritz- und Düngemittel große Flächen dieser Erde gesund erhalten
  • wir bieten eine große Auswahl an Produkten, die natürlich belassen oder wenig weiter verarbeitet sind, so dass die gesunden Inhaltsstoffe voll erhalten bleiben, z.B.:
    > Getreide als volles Korn
    > Kaffee sehr schonend geröstet und als ganze Bohnen
    > frisches Obst und Gemüse, Regional als 1.Wahl
    > eine große Auswahl diverser Nüsse und Ölsaaten sowie Trockenobst
    > Xylit als Alternative zu Zucker
  • du erhältst transparent Informationen zu Inhaltsstoffen, Nährwerten und Allergenen
  • im Bistrobereich werden ausschließlich Produkte des eigenen Ladens verwendet: Bio-Kaffee frisch gemahlen, Tee mit kochendem Wasser gebrüht statt 'maschinenwarm', Müsli nach eigenem Wunsch zusammengestellt usw...

Derzeit befindet sich das Ladenlokal im Umbau.
Kürzlich sah es hier noch SO aus:

ladenfassade2 renovierung1

Wir sind sehr zuversichtlich, dass alles bis zum Start im November klappt, auch wenn das Bild dieses erstmal nicht vermuten lässt...
Vorteil, wenn alles renoviert und umgebaut wird: alles ist neu und genau darauf abgestimmt, wie es für den Laden benötigt wird! 🙂